Geschichte

Vom Niederhessischen Touristenverein zum SGV-Berleburg

„Grüß dich, Deutschland,aus Herzens Grund“.
so besingt der Dichter Eichendorff in seinem Gedicht „Heimweh“ sein Vaterland. Josef von Eichendorff gehört zu den Dichtern der jüngeren Romantik. Diese geistige Strömung zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstreckt sich auf alle kultur- und gesellschaftspolitischen Bereiche wie: Dichtung und Literatur, Baukunst und Malerei Musik und Geisteswissenschaften. Sie führt zur Betonung des Gefühls des Volkstümlichen der Geschichte und stärkt das Einheitsgefühl des deutschen Volkes.
Mit der romantischen Hinwendung zu Heimat und Natur wird das Wandern bei uns in Deutschland populär. Erlebnis und Erholungssuchende, natur- und landeskundliche interessierte Städter entdecken zuerst die Schönheiten der Alpen, später auch das befreiende Erleben der Natur in den Mittelgebirgen.

Zwei Wanderer zogen hinaus zum Tor
zur herrlichen Alpenwelt empor.
Der eine ging, weil´s Mode just,
Den anderen trieb der Drang in der Brust.
Anastasius Grün ( 1806-1876)

Um die Lebensbedingungen der Menschen in diesen Gebieten zu fördern und für die Wanderer die  erforderlichen  Voraussetzungen zu schaffen gründen interessierte Bürger Mittelgebirgs- und Wandervereine die sich auch Touristenvereine nennen. 1864 entsteht als erster Zusammenschluss der Badische Schwarzwaldverein, ihm folgen 1867 der Rhönclub,1869 der Deutsche Alenverein, 1883 der Niederhessische Touristenverein.
Zu den Aufgaben gehören die Erschließung der Mittelgebirge, die Fremdenverkehrswerbung, Wegemarkierungen, das Aufstellen von Bänken und Wegweisern, die Pflege des Hotel- und Gaststättengewerbes. Ferner der Schutz der Naturschönheiten, der historischen Denkmäler, die Förderung der natur- und volkskundlichen Kenntnisse die Pflege der Geselligkeit und des nationalen Geistes.
Auch in Berleburg diskutieren vorausschauende Bürger diese neuen Ideen. Zur Förderung des Wandergedankens sowie zur regionalen und sektoralen Strukturverbesserung gründen einige Bürger 1882 eine „ Section des Niederhessischen Touristen Vereins“.
Am 16. Februar1883 berichtet das Wittgensteiner Kreisblatt:

„Am 9. dieses Monats, Abends 8 1/2 Uhr, versammeln sich auf Einladung des Obersten z.D. Herrn von Gonthard eine Anzahl Herren hiesiger Stadt im Hotel Utsch, um die Statuten der hiesigen im November vorigen Jahres entstandenen Section des Niederhessischen Touristen Vereins in Kassel zu beraten und aus ihrer Mitte einen Vorstand zu wählen….. Die Statuten des Hauptvereins wurden mit wenigen Abänderungen, die zugunsten unserer hiesigen Interessen getroffen wurden, einstimmig angenommen. Zu Vorstands-Mitgliedern wurden gewählt die Herren: Oberst z.D. Von Gontard  als Vorsitzender, Landrath von Schroetter als stellvertretender Vorsitzender, Rector Florinals Kassierer und Schriftführer und Ober-Steuer-Controleur Bleisch als dessen Stellvertreter…. Indessen darf wohl der Hoffnung Raum gegeben werden, daß Lokalpatriotismus und Sinn für Naturschönheit dem Verein recht viele Mitglieder zuführen werden. Der geringe Jahresbeitrag von einer Mark dürfte wohl Niemenden von der Mitgliedschaft zurückschrecken.“

1888 beschließt die hiesige Sektion, einer Namensänderung in Wanderverein zuzustimmen und am 13. September 1890 den Übertritt zum Sauerländischen Touristen-Cub.
1906 plant der Vorstand des Niederhessischen Touristenvereins zum 25 jährigen Bestehen die Herausgabe einer Festschrift und bittet die SGV-Abteilung als ehemalige Sektion um einen entsprechenden Bericht.
Leider lassen ich in Berleburg keine Akten oder andere Unterlagen mehr auffinden!

Im Jubiläumsjahr 1908 umfaßt der Niederhessische Touristenverein 22 Zweigvereine mit
3.158 Mitgliedern.
1916 ändert er seinen Namen in „ Hessischer Gebirgsverein“.

Auszug der Festschrift zum 100 jährigem Bestehen der Abteilung SGV Bad Berleburg aus dem Jahr 1990

Anlässlich des Deutschen Wandertages im Jahre 1990 wurde der Abt. Bad Berleburg für besondere Verdienste die Eichendorff Plakette überreicht.
Vereinsvorsitzender Günter Kühn konnte diese hohe Auszeichnung aus der Hand des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker entgegen nehmen.

( Die Eichendorff-Plakette können Vereine beantragen, die mindestens 100 Jahre alt sind und nachweisen können, dass sie sich für die Pflege und Förderung des Wanderns, des Heimatgedankens und des Umweltbewusstseins große Verdienste erworben haben.)

Vereinsvorsitzender Günter Kühn konnte diese hohe Auszeichnung aus der Hand des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker entgegen nehmen.

Vereinsvorsitzender Günter Kühn konnte diese hohe Auszeichnung aus der Hand des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker entgegen nehmen.

Verleihungsurkunde

Verleihungsurkunde

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